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“Weihnachtliches für die Seele” Hoffnungsbeutel für die Gemeinde Unterburg

Annette Knitter (von links), Fabian Hartl, Lina Schacht, Sebastian Plath und Jacob Thomas von der evangelischen Kirchengemeinde in Hal- le packen selbst gebackene Kekse in Tüten. Die kommen später mit anderen weihnachtlichen Dingen in die aus Stoff genähten Hoffnungs- beutel. Foto: Ekkehard Hufendiek

 

Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde packen Hoffnungsbeutel für die Gemeinde Unterburg. Viele Haushalte sind dort noch immer ohne Heizung und Küche.

Ekkehard Hufendiek
In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli traf Unterburg die Hochwasserkatastrophe mit Wucht: Wupper und Eschbach traten in rasanter Geschwindigkeit über die Ufer. Die Wasserpegel stiegen auf eine Höhe von bis zu vier Meter an. „Die Kirchenbänke, massiv und Hunderte von Jahren alt, sind im Wasser geschwommen“, erzählt Sebastian Plath. Der Gemeindepädagoge der evangelischen Kirche in Halle hat deswegen für Unterburg Hilfe organisiert. Die hat ihm die rheinische Landeskirche vermittelt, weil der dortige Pfarrer um schnelle Hilfe bat.

Unterburg liegt in einem engen Tal des bergischen Landes. „Es ist so, als wenn du einen Trichter hinunterfährst“, sagt Plath. In dem kleinen Ort mit vielen Fachwerkhäusern gibt es laut seiner Aussage 500 Haushalte. Etwa die Hälfte sei sehr stark von der Katastrophe getroffen worden: „Die können jetzt nicht einfach den Weihnachtsschmuck aus ihren Kellern holen“. Denn den hat das Wasser zerstört. Glücklicherweise aber blieb Unterburg bei der Katastrophe von Todesfällen verschont, weil die Flüsse keinen Schlamm mit sich trugen. Der hätte möglicherweise viele der Menschen auf den Straßen und in ihren Häusern begraben. Trotzdem sei der Ort „total abgesoffen“.

Das Wasser hat vieles zerstört, Möbel, Wände und Holzfußböden. Einige Haller Gemeindemitglieder waren daher schon einige Male vor Ort und haben tatkräftig aufgeräumt. Sie haben Putz abgeschlagen, Gärten freigeräumt oder Fußboden aus einer Tagesstätte für Demenzkranke ausgestemmt. Zudem gab es mehrere Wochen lang in Unterburg keinen Versammlungsraum. Bis Plath und seine Helfer in der Kirche einen provisorischen Holzfußboden verlegten. „Wenn du da hilfst, bekommst du eine unglaubliche Dankbarkeit zurück“, erzählt Plath.

„Wir wollen Danke sagen für all die Unterstützung“

Mittlerweile sei die Katastrophe zwar aus den Medien verschwunden, doch die Leute vor Ort sitzen laut Plath immer noch teilweise ohne Heizung und Küche da. Jetzt sei zunächst einmal „etwas für die Seele dran“, erklärt Plath. Deswegen haben er und viele andere Gemeindeglieder aus Halle eine neue Aktion gestartet: „250 Hoffnungsbeutel für Unterburg“. Die Beutel sollten eine kleine Überraschung zum ersten Advent sein. Sie sind selbst genäht und bestückt mit Keksen, Weihnachtssternen und jeweils einer christlichen Zeitschrift. Außerdem enthält jeder Beutel eine Amaryllis, „damit etwas aufgeht“. Die Blütenpflanzen spendete ein großes Bielefelder Gartencenter. „Wir wollen Danke sagen für all die Unterstützung und gleichzeitig darauf aufmerksam machen, dass es den Menschen dort unten nicht gut geht“, sagt Plath. Die Hilfe müsse weitergehen. Am Samstag fuhr er ein weiteres Mal nach Unterburg, um dann die Hoffnungsbeutel dem dortigen Pfarrer und seinen Helfern zu übergeben. Die werden sie an ihre Gemeindeglieder verteilen.