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Artikel “Süßes für den Mittagstisch” im HK 16.12.2021

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Daumen hoch von Sepp Plath für die Aktion der Klasse 4 b der Lindenschule. Emil (von links), Pola, Johanna, Elandra und Klassenlehrerin Julia Nelke bringen Weihnachtstüten für die Menschen vom Mittagstisch.

Foto: Heiko Kaiser

Süßes für den Mittagstisch

Schülerinnen und Schüler der Lindenschule füllen Weihnachtstüten für bedürftige Menschen. Finanziert haben sie es von ihrem Taschengeld.

Heiko Kaiser
Halle. Die Idee war, zu Weihnachten etwas Gutes zu tun. Doch wie? Ideen gab es genug in der Klasse 4b der Lindenschule. Müll zu sammeln oder bedrohten Tieren zu helfen, waren zwei davon. Am Ende aber entschieden sich die Kinder für den Vorschlag von Elandra. Sie regte an, etwas für Obdachlose zu tun.

Eine Mutter in der Klasse wusste auch schon, wie. Sie erzählte vom Mittagstisch der evangelischen Kirchengemeinde Halle, und dass hier einmal in der Woche Menschen zusammenkommen, um gemeinsam ein Mittagessen einzunehmen.

„Ich wusste ja, dass es viele Arme auch in Halle gibt. Ich wusste aber nicht, dass es so etwas Schönes wie den Mittagstisch gibt, wo diesen Menschen geholfen wird“, sagte Elandra. Um ihnen das Weihnachtsfest zu versüßen, beschlossen die Kinder, Weihnachtstüten mit Süßigkeiten zu füllen. Die wurden vom eigenen Taschengeld gekauft. Verzicht in der Weihnachtszeit? „Ich fand das nicht so schwierig. Denn ich helfe ja damit jemandem“, sagte Elandra und ihre Klassenkameradin Johanna fügt hinzu: „Ich hatte ja kurz vorher Geburtstag und auch davon noch Geld übrig.“ Unter der Leitung von Klassenlehrerin Julia Nelke malten die Kinder im Unterricht außerdem für jede der insgesamt 45 Tüten ein Weihnachtskärtchen, geziert von Engeln, Nikoläusen, Friedenstauben und Schneemännern.

Der Gemeindereferent und Organisator des Mittagstisches, Sebastian Plath, zeigte sich dankbar angesichts dieses Engagements. Weil derzeit wegen der Corona-Lage der Mittagstisch im Martin-Luther-Haus nicht stattfindet, werden die Weihnachtstüten in der kommenden Woche den Weihnachtspaketen beigefügt, die an die Menschen vom Mittagstisch verteilt werden.

„Eure Tüten gehen vor allem an die Familien mit Kindern“, sagte Sebastian Plath und fügte hinzu: „Diese Kin- der werden sich ganz besonders über die Süßigkeiten freuen. Denn für sie ist es keineswegs selbstverständlich, zu Weihnachten Süßigkeiten zu erhalten. Für manche ist es sogar ein echter Schatz, den ihr ihnen da schenkt.“

In Corona-Zeiten fahren die Mitarbeiter des Mittagstisches Lebensmittel und Mittagessen zu den etwa 70 bis 90 Haushalten. Dabei ist man auf Spenden angewiesen. Haltbare Lebensmittel in Dosen, Fertigsuppen, Nudeln oder Reis sowie Dinge des täglichen Bedarfs können im Martin-Luther-Haus abgegeben werden. Auch Geldspenden sind möglich.